Mein Leben

„…Ich glaube, der Lebenszweck ist, nützlich, verantwortlich und mitfühlend zu sein…“ Leo Rosten

Mit meiner menschlichen Art und meiner Erfahrung stifte ich als unabhängiger Oberbürgermeister den größten Nutzen für meine Heimat.

Ich freue mich, Sie hier auf eine kleine Reise von meinen Wurzeln bis in die Gegenwart mitzunehmen, damit Sie nicht die Katze im Sack kaufen…ähm…wählen müssen. (Mein Leben kurzgefasst finden Sie auf der Übersichtsseite >>> Übersicht).

Wurzener Wurzeln

Ich bin im Februar 1983 im Krankenhaus Wurzen geboren. Meine Mutti hat auch gleich dort gearbeitet – zum Glück an dem Tag nicht. 🙂 Mein Vater verdiente dagegen als Weber in der Teppichfabrik und später an der Tankstelle in der Dresdener Straße sein Geld. Als Angestellte im Musikladen am Markt waren meine Oma Inge (und ihre Kollegin Elke) für mich die Größten, wenn Sie mir auch nach unzähligen Wiederholungen Schallplatten auflegten. Mein Opa Manfred war schon seit Kriegsende Berufsfeuerwehrmann und dort vorrangig als Instrukteur und Ausbilder in Wurzen tätig. Wie mein Vater früher, verdiente meine Omi Edith ihre Brötchen in der „Teppsche“, während Opa Helmut bei der „Fernmelde“ im Alten Postamt aktiv war.

Nachdem wir in meinen ersten Lebensjahren über der heutigen „Goldenen Krone“ am Wettiner Platz wohnten, wo sich im Winter die Eiskristalle am Fenster gebildet haben und ich noch „luxuriös“ in der Spüle gebadet wurde, durften wir Ende der 80er Jahre in unsere tolle Neubauwohnung in Nord III ziehen. Für mich war das durch die kurzen Wege zum Kindergarten am Krankenhaus und zum Park als mein Lieblingstreffpunkt äußerst praktisch.

Doch dann kam das Jahr 1989…

… und mein Leben sollte das erste Mal eine völlige Wendung erfahren, als meine Eltern und ich früh am Tag meines Schulanfangs die Aufforderung erhielten, die DDR innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Mit den nötigsten Sachen und ich mit meiner Zuckertüte in der Hand, sind wir also gezwungenermaßen in die BRD aufgebrochen.

Dort habe ich dann meinen ersten Schultag und die gesamte Grundschulzeit erlebt. Als das Heimweh meiner Eltern jedoch immer größer wurde, sollte das neue Leben in Offenbach / Main am Ende der 6. Klasse dann vorbei sein. Ehrlicherweise ohne mein Einverständnis traten wir 1995 die Rückreise in die alte Heimat nach Wurzen an. Ich konnte mir damals mit 12 Jahren überhaupt nicht vorstellen, mein aufregendes Großstadtleben gegen eine Kleinstadt einzutauschen, in der es damals noch nicht einmal ein Kino gab.

Man sollte (manchmal) auf seine Eltern hören!

… denn ich wurde eines Besseren belehrt. Nach starken Startschwierigkeiten in Punkto Kontakte-Knüpfen bin ich doch im Nachhinein sehr froh und dankbar für das Durchsetzungsvermögen meiner Eltern. Dank meines damaligen wie heutigen besten Freundes Michael durfte ich viele tolle Menschen kennenlernen und erfahren, welchen Charme sowohl Stadt als auch Wurzener versprühen (nach etwas Aufwärmzeit folgt sozusagen die Herzlichkeit).

Go-Kart-Rekord, Parties und der Wunsch etwas zu bewegen

Da mein Vater unter anderem die Go-Kart-Bahn Falkenhain mit aufgebaut und seinen damaligen Arbeitsalltag dort als Chefmechaniker verbracht hat, entdeckte ich den Spaß und Kampfgeist im Go-Kart-Fahren und erlebte 1998 mit dem Team der Kart-Bahn Falkenhain mein erstes großes Highlight – den Guiness-Buch-Weltrekord am 6./7. März 1998. Dem folgten eine Vielzahl an Rennen, u.a. für das damalige Honda-Autohaus Opitz (Lüptitz) im Honda-Cup in Jüterbog und bei den bekannten Nischwitzer Dreieck Rennen..

Doch meine Liebe zur Musik und zum Tanzen setzte sich immer mehr durch, so dass ich 1999 anlässlich einer 10. Klasse-Jahrgangsfeier des Wurzener Gymnasiums mit dem Schulkamerad „Zimbo“ meine erste Party im Charleston Nischwitz organisierte. Veranstaltungen planen und umsetzen wurde zu meiner größten Leidenschaft, nicht zuletzt weil diese Parties ganz offensichtlich etwas bewirkten. Da es für die Jugend damals kaum ansprechende Freizeit-Möglichkeiten gab, organisierte ich daraufhin bis 2004 mit kurzen Unterbrechungen zweiwöchentlich Veranstaltungen im Charleston.

Parties oder „Börsen-Guru“?

Nachdem ich 2001 das Abitur in Wurzen ablegte und meine erste eigene Wohnung bezog (diesmal im Nord II), entschied ich mich für die Grundausbildung zur Luftwaffe / Luftabwehr bei der Bundeswehr. Bis dann die ganz große Frage im Raum stand: Fasse ich in der Gastronomie Fuß oder jongliere ich lieber mit Zahlen? Schlussendlich fiel die Entscheidung auf Zweiteres (Parties lassen sich ja schließlich auch nebenbei organisieren :-p ). Die Ausbildung als Bankkaufmann bei der Sparkasse Muldental habe ich bis heute nicht bereut.

Durch die Sparkasse habe ich eine sehr tiefgründige Ausbildung in allen betrieblichen Bereichen genossen – von der Kundenberatung über Sachbearbeitung im Geldanlage- und Kreditgeschäft, Rechnungswesen sowie Controlling bis hin zu Betriebsorganisation, Personal und Marketing.

Der Banker, der aus der Reihe tanzt…

Und genau Letzteres hat mich so begeistert, dass ich nach der Ausbildung nebenberuflich ein Marketingstudium absolviert habe und parallel dazu in der Sparkasse innerhalb der Abteilung Marketing das Vertriebsmanagement aufbauen konnte. Dort durfte ich u.a. auch Leiter zahlreicher Projekte sein, die sich vorrangig mit der langfristigen Beratung und Betreuung von Kunden beschäftigte.

Unabhängig von meinem beruflichen Alltag blieb ich der Musikbranche treu und widmete mich weiterhin musikalischen Jugendprojekten. Gemeinsam mit rund 20 anderen Mittzwanzigern gründete ich nach der Zeit im Charleston die Jugend- und Kulturförderung Wurzener Land e.V.– damals eher als „alTewuTra“ bekannt. Die heutige Lehrwerkstatt der Firma Liftket war unser Gründungsort und das Gelände der ersten Veranstaltungen.

In diesen Jahren habe ich Wissen regelrecht aufgesaugt und viel Zeit damit verbracht, ein Netzwerk im Wurzener Land – und dabei insbesondere zu Existenzgründern aufzubauen. Mit dem Ergebnis, dass ich mich 2011 nach neun Jahren bei der Sparkasse in die Selbstständigkeit wagte – als Unternehmensberater.

„Dann mach‘ es doch so, wie du es willst!“

Nach zwei erfolgreichen Jahren als Unternehmensberater kam ich an den Punkt, dass mir die kurzfristigen Beratungsaufträge nicht ausreichten. Ich wollte meine Mandanten langfristig begleiten und Ihnen helfen, Ihre Ziele effektiver zu erreichen. Dabei ging es allerdings in vielen Fällen um finanzielle Themen. Plötzlich traf ich meinen ehemaligen Sparkassen-Kollegen Christian, der meinte: „Dann mach‘ es doch so, wie du es willst! Du bist doch gelernter Bankkaufmann, hast selbst Kunden beraten und dazu noch Betreuungskonzepte entwickelt und kannst als Selbstständiger komplett frei entscheiden, wie du berätst.“ Und so einfach ist es manchmal.

Wenn’s mal wieder länger dauert…

Einfach? Oder eben auch nicht. Ich hatte mir geschworen, nur nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten und wirklich langfristige Kundenbeziehungen zu entwickeln. Das ist in der Finanzbranche leider häufig nicht üblich. Nun weiß ich auch warum – man verdient lange kaum Geld. Bei mir vergingen knapp 5 Jahre, bis der Knoten richtig geplatzt ist. Dann aber richtig! Heute berate ich knapp 150 Familien und Firmen und darf mich über eine hohe Empfehlungsbereitschaft freuen.

Reifephase oder „Warum Freunde und Familie wichtig sind“

Neben meinem Unternehmen ist auch meine Motivation gewachsen, mich insbesondere nach der Auflösung der „alTewuTra“ weiterhin zu engagieren, andere mit meinen vielen Ideen zu inspirieren und der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Auf der Suche nach neuen Projekten entdeckte ich schließlich die vielfältige Vereinslandschaft und begann 2012 meine Vereinstätigkeit bei der Standortinitiative Wurzen & Wurzener Land e.V. (mittlerweile auch als Vorstandsvorsitzender), gefolgt von dem Stadtwandler – Verschönerungsverein Wurzen, dem Joachim-Ringelnatz-Verein und zu guter Letzt dem Heimat- und Kulturverein Nischwitz.

Mit den Lebensjahren ändert sich bekanntermaßen die Sicht auf sich selbst und sein Umfeld; man reflektiert und bewertet neu. Während früher noch meine persönliche Weiterentwicklung im Fokus stand, sehe ich heute in dem Gemeinsamen, das Miteinander, einen weitaus größeren persönlichen Mehrwert. Meiner Erfahrung nach ist das Geben und Nehmen nicht nur eine Floskel. Wenn ich meinen Mitmenschen bei der Erreichung ihrer Ziele helfe, dann helfen Sie mir, meine zu erreichen. Für diese Erkenntnis bin ich unendlich dankbar.

Oberbürgermeister Wurzen’s – ein Projekt der ganz besonderen Art

Ich habe immer versucht, mich konstruktiv in die Stadtpolitik einzubringen, auch ohne mich dabei selbst an die Spitze zu stellen – solange ich davon überzeugt bin, dass der- oder diejenige diese Berufung mit Energie und Leidenschaft ausfüllt, nicht nur Sachthemen angeht und Ziele rational verfolgt, sondern dabei auch die Menschen vor Ort mitnimmt. Doch in den letzten Monaten kam in mir zunehmend das Gefühl auf, dass ich mit meiner Art, mit Menschen umzugehen, aber auch mit meinem fachlichen Hintergrund und meinem breiten Netzwerk als Oberbürgermeister einen viel größeren, langfristigen Nutzen bieten kann, als es mit meinem Unternehmen je möglich wäre. Deshalb trete ich mit meinen Werten, meinem Know-how und meiner konstruktiv-optimistischen Art zur Oberbürgermeister-Wahl in Wurzen am 12. Juni 2022 an.

Naiv, optimistisch oder einfach nur logisch

Sicherlich für die Mehrheit momentan noch schwer vorstellbar, werde ich einen ganz anderen Stil pflegen, als Sie bisher aus der Stadtpolitik kennen. Das bedeutet: eine Politik, die auf Respekt und Wertschätzung basiert, auf langfristigem Erfolg, eine, die Ihr Leben und das der Wurzener allgemein glücklich gestalten soll, die sowohl fördert, aber auch Eigenverantwortung fordert, die auf Konstanz setzt und nicht auf kurzfristigem Aktionismus, die kooperativ ist, Menschen einbezieht, transparent informiert, aber auch Orientierung bietet.

Klar ist nicht alles und erst recht nicht sofort umsetzbar, doch mit einer gemeinsamen Vision von Wurzen und einem klaren Umsetzungsplan, der Prioritäten setzt und dennoch Spielräume für eine flexible Gestaltung bietet, erhoffe ich mir, alle Wurzener der Kernstadt und der Ortsteile Birkenhof, Burkartshain, Dehnitz, Kornhain, Kühren, Mühlbach, Nemt, Nitzschka, Oelschütz, Pyrna, Roitzsch, Sachsendorf, Streuben, Trebelshain, und Wäldgen) mitzunehmen. Lassen Sie uns Wurzen gemeinsam in Schwung bringen. Ich freu‘ mich drauf.